dorothy
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When I first met you, that’s what I remember. I looked up at the sky and thought, I’m going to love this person because even the sky looks different.

Margaret Stohl

ich sitze alleine an der bahnhaltestation. unwetter. regen. sturm. gewitter. ich sitze da, feuchte augen, nass und durchscrolle mein handy nach namen die ich fragen könnte. namen die ich anrufen könnte. mein finger schwebt über deinem namen, aber ich kann dich nicht anrufen. weil wir gestern erst geredet haben und es sich falsch anfühlt sich immer so zu brauchen. ich bewege mich auf eines der taxis zu die an den straßenrändern stehen, alle sind ausgebucht. ich rufe die nummer an die mir gegeben wird. alle taxis ausgebucht, niemand weiß wann das nächste frei wird.
ich setzte mich wieder an die bahnhaltestelle, blicke zu den bahnen die wegen des unwetters auf unbestimmte zeit nicht mehr fahren. ein leichter wind weht und mir ist so, so kalt.
erneut schwebt mein finger über deinem namen und ich nehme meinen mut zusammen. aber du gehst nicht dran. kloß in meinem hals als ich endlich realisieren muss das ich alleine bin. alleine, immer noch fremd, in dieser stadt in die ich für eine liebe gezogen bin die längst vergangen ist. das wenn die handvoll von freunden nicht erreichbar, nicht anwesend sind, ich auf mich alleine gestellt bin.
dann fällt mein handyempfang aus und es wird dunkler und es wird kälter, tränen steigen mir in die augen weil ich jetzt gerade jemanden bräuchte und ich niemanden hab. und dieses realisieren, dieses kriechende gefühl von komplett alleine sein, gibt mir den rest. ich weiß nicht wie lange ich alleine auf dieser bank sitze und still vor mich hin weine. ich weiß nur das es immer kälter wird und ich die hoffnung verliere. noch ein versuch ein taxi zu bekommen, sinnlos, obwohl die busse wieder fahren.
dann rufst du an und ich hole tief luft, versuche nicht zu weinen, versage kläglich. aber du sagst du kommst zu mir, bist bald da und kurz schaffe ich es mich zu beruhigen.
ich bin so müde, so zermürbt vom weinen das ich mich nicht mal richtig freuen kann dich zu sehen. und ich habe angst, weil ich nicht weiß wie du reagierst.
aber dann öffne ich deine autotür und sofort ist es warm und sofort fühle ich mich geborgen. ich liebe und hasse dieses gefühl. deine hände die über meinen arm gleiten fühlen sich so vertraut an.
ich wage es einen blick zu dir zu werfen und sofort hüpft mein herz weil du so gut aussiehst. und ich kurz nichts anderes tun kann als dich anzustarren. kann man denn in einer woche vergessen wie jemand aussieht, oder hast du dich in dieser zeit so verändert?
ich reiße mich zusammen und ärger mich sofort, weil ich aussehe wie ein stück elend. weil ich dir das nächste mal wenn wir uns sehen zeigen wollte was du vermisst. aber das ist eigentlich egal. denn du bist hier, du bist zu meiner seite geeilt.
deine hand wandert zu meinem knie und reißt mich aus meinen gedanken. ich sollte von dieser berührung zurückweichen weil ich es immer so geliebt habe wenn du das früher gemacht hast. aber ich kann nichts dagegen tun, ich möchte das du deine hand auf mein knie legst. und es tut weh als du sie wegziehst, und mein herz klopft so laut als du sie wieder hinlegst.
ich frage mich ob du meinen herzschlag bis zu dir hören kannst. ich frage mich ob du weißt wie viel mir das hier bedeutet. ich frag mich ob du weißt das ich mir wünsche das wir für immer einfach fahren könnten, hier in dieser blase in der alles kurz okay für uns ist.
als deine hand meine findet und du sie nicht mehr los lässt erlaube ich mir kurz die augen zu schließen. nur kurz den kleinen gedanken von hoffnung in mein herz zu lassen. du ziehst sie nicht weg, aber ich schubse die hoffnung aus meinem herzen und zwinge mich im hier und jetzt zu sein.
denn wir sind hier, deine hand die meine hält, du der mich anschaut, der mir sachen erzählt.
ich frage mich ob du ebenfalls versuchst jede sekunde zu nutzen, so wie ich es tue. dich soviel wie möglich zu berühren, anzusehen, deine stimme zu hören, deinen geruch zu riechen.
weil wir beide nicht wissen wann wir diese gelegenheit nocheinmal bekommen.
die fahrt endet viel zu früh. ich möchte aussteigen und stark sein, aber du fragst nach einer umarmung. ich weiß nicht wann, oder ob, mich jemand das letzte mal so eng an sich gedrückt hat. aber es fühlt sich unfassbar gut an.
dann fährst du weg und sofort ist da dieses loch in meinem herzen das dich so vermisst. das sich immer noch sicher bist das du zu mir gehörst und ich zu dir. dass du das nur realisieren musst. aber ich drücke diesen teil zurück in seine ecke, dusche zu lange zu warm und verschwinde dann in meinem warmen bett. wie kann ein grausiger tag so schön enden, denn das hat er, dich zu sehen war so so schön.
und ich frage mich auch wieder, wieso das universum das mit mir tut. weil du gegangen bist, aber es immer wieder so viele zufälle gibt. das deine haustür damals auf war und du mich zum reden reingelassen hast, was du gar nicht wolltest, aber es getan hast weil ich vor deiner wohnung stand. das wir uns mitten in der stadt über den weg laufen, dieses unwetter.
das universum schubst uns zusammen, als würde es uns sagen wollen, das wir uns nicht aus den augen verlieren sollen. dass da noch etwas kommt. ein gedanke den ich so schmerzlich schön finde, weil ich trotzdem weiß dass es das sinnvollste wäre dich gehen zu lassen.
ich weiß ich sollte weitermachen, aber im endeffekt kommt immer noch niemand gegen dich an. weil ich alle dating apps wieder gelöscht habe, weil ich in allem nach dir suche. weil ich kein interesse an jemand anderen hab, niemand mich interessiert, außer du.
vielleicht ist es zu früh, vielleicht kommt das noch, aber im moment denke ich immer noch zu oft an dich.
und vielleicht hoffe ich sogar das es dir manchmal auch so geht.

14.8.20 08:31
 
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